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Geschichte

Das Chianti Classico wurde Jahrhunderte lang von den rivalisierenden Städterepubliken Siena und Florenz umkämpft. Auf Grund seiner günstigen strategischen Lage wurde das Castello von den Florentinern als wichtiger Vorposten geschätzt.

Einer Chronik aus dem Archiv von Schloss Brolio zufolge, gehen die ersten Spuren des Castello di San Polo in Rosso auf das 8. Jahrhundert zurück.

Castello im Chianti ClassicoDie zweite Erwähnung erfährt die Urkunde aus dem Jahr 1070, damals erhob sich auf dem Hügel des heutiges Kastells die noch erhaltene Pfarrkirche.

Umbau des Castello di San Polo zur Festungsanlage

Auf Grund ihrer geographischen Lage im Grenzgebiet der mächtigen Städte wurde die gesamte Anlage schließlich im 13. Jahrhundert befestigt.

Die Kirche nebst Wohntrakt des Pfarrers (Canonica), der eingeschlossene Innenhof mit Zisterne und auch der Kirchturm wurden zur Festungsanlage umgestaltet.

Der Glockenturm diente der Festung, nicht zuletzt als Aussichtsturm, um in Richtung Süden den Feind zu erspähen.

San Polo Jahrhunderte lang im Ricasoli Besitz

Seit dem 12. Jahrhundert bis vor etwa 30 Jahren war das Castello im Besitz der berühmten und einflussreichen Familie Ricasoli Firidolfi.
Castello San Polo im Chianti ClassicoGleichwohl ist die Geschichte von San Polo in Rosso von internen Familienzwistigkeiten geprägt.

Belagerung im 14. Jahrhundert

So wurde das Castello in einem bewaffneten Überfall aus den eigenen Reihen der Ricasoli im Jahre 1351 angegriffen.

Diese Belagerung wurde zunächst von der Bevölkerung und schließlich durch das Eingreifen florentinischer Truppen beendet.

Angriffe und Befreiung San Polos

Wie alle Schlösser des Chianti, wurde auch das Castello San Polo in Rosso im Jahre 1478 von den neapolitanischen Aragonesern erobert. Die Aragoneser stammten einst aus Spanien und hatten sich bereits mit dem kaisertreuen Siena verbündet.

Geschichtsträchtiges Kastell in der ToskanaBedingt durch den friedenschließenden Sieg der Lilienrepublik Florenz unter Lorenzo di Medici ‘Il Magnificio’ über Siena, gelang 1483 endlich die Befreiung und Rückgabe an Florenz.

Aufwendige Castello Restaurierung

Auf Schloss Brolio lebend, verkaufte Baron Ricasoli im Jahre 1973 das gesamte Anwesen (400 Hektar Land) an die heutigen Besitzer Cesare und Katrin Canessa.

Sie restaurierten mit viel Liebe und Geduld die Festung, die herrschaftliche Villa, die umliegenden, antiken Bauernhäuser und nicht zuletzt 22 Hektar Weinberge.

Zu bemerken ist die exemplarische Achtung für Stil und Gewohnheiten, für Materialien und Geschichte des Landes.